Arbeitsplatz 4.0 – der digitale Arbeitsplatz (3/3)

Ein Beitrag von Angelica Laurençon & Anja C. Wagner

Arbeiten 4.0 macht Angst:

Die Versäumnisse der Vergangenheit aufholen

Arbeiten 4.0 macht Angst. Die Arbeitswelt wurde in den letzten drei Jahrzehnten atomisiert. Lean Management, Outsourcing, Fragmentierung der Arbeitsplätze und Kompetenzen usw. sind Wellenbewegungen, die das Berufsleben komplett durcheinander wirbelten.

Gleichzeitig wurden etwa 60% der Berufe des 20. Jahrhunderts durch neue Technologien überflüssig, vom Schriftsetzer, Drucker bis hin zur Stenotypistin usw. Neue Kompetenzen mit unpräzisen Kompetenzrastern entstanden: Webentwickler, Webmaster, Social Media Manager usw., die auch schon wieder von neueren, digitalen Technologien überholt wurden. Den Menschen muss die (berechtigte) Angst vor dieser Dynamik und Unsicherheit genommen werden. (externer Link: http://www.arbeiten4punkt0.org/2015/04/arbeiten-4-0-gastbeitrag-von-gunter-dueck/)

Arbeitsplatz 4.0 – Nr. 1: #Resilienzaufbau durch Aufklärung

Resilienzfaktoren müssten aufgebaut werden. Was aber sind die 7 Säulen der Resilienz?  Sie lauten: Optimismus, Akzeptanz, Lösungsorientierung, Verlassen der Opferrolle, Übernehmen der Verantwortung für das eigene Leben, neue Netzwerke aufbauen und die Zukunft neu zu planen und zu gestalten. Aber wo fängt man an, wenn man das nie gelernt hat?

Auch wenn es an dieser Stelle etwas bildungsbürgerlich daher kommen mag. Als Unternehmen wie als Gesellschaft gilt heute weiter, sich ganz im Sinne von Immanuel Kant zu vergegenwärtigen:

„Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Muthes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! Habe Muth, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.“

Nun ist es nicht damit getan, diese Erkenntnis digital oder über formale Institutionen in den Köpfen top-down zu implementieren. Angesichts der bekannten 70:20:10-Formel mit der Erkenntnis, dass lernagile Menschen vorzugsweise informell lernen, gilt es vielmehr, hier entsprechend attraktive Settings bottom-up zu etablieren, die den Usern als Anlaufstelle dienen. Dabei gilt es vielfältig zu experimentieren. (externer Link: http://trainingkonzepte.blogspot.de/2015/10/mythen-und-mysterien-des-lernens.html)

Im FlowCampus zeigen wir zukünftig z.B. typische Use Cases auf und wie man diese elegant in der heutigen Zeit lösen könnte. Hinzu entwickeln wir leicht gewichtige Formate, die als training-on-the-job sich möglichst unauffällig in den Alltag einschieben und sogar noch Spass machen können (siehe aktuell unseren Kürbis Kult in Evernote). (externer Link: http://ununi.tv/de/flowcampus/course/kuerbis-kult-ein-spielerischer-zugang-zu-evernote/)

kurbis-flowcampus-berlin

Arbeitsplatz 4.0 – Nr. 2: #Digitaler Kompetenzcheck

In Gesprächen mit KMU stellen wir oft fest, wie wenig verbreitet die Nutzung sozialer Netzwerke oder kollaborativer Arbeitsumgebungen sind. Mangels der dabei sich informell einstellenden digitalen Kompetenz, ist es in der Folge ein weiter Weg, Innovation durch Arbeiten 4.0 überhaupt denken zu können.

Gleichzeitig erwarten dies fortschrittliche Mitarbeiter_innen immer mehr. Für das Recruiting entsprechender Fachkräfte braucht es einer gewissen digitalen Reife, einer Netzwerkkompetenz seitens des Unternehmens. Beim Aufbau dieser Kompetenz versuchen wir zu helfen.

Zu diesem Zweck arbeiten wir vorzugsweise online, begeben uns bei Bedarf aber auch vor Ort, um individuell oder im Team die Interessierten zu stärken, die zumindest erkannt haben, dass sie sich bewegen müssen. Wir helfen dabei, flexible, mobile Arbeitsumgebungen aufzusetzen und moderne Workflows zu etablieren.

Dabei gilt es angesichts der typisch deutschen Demografie der Erwerbstätigen, auch die geopolitische Lage beim Schopfe zu fassen:

Altersstrukur Deutschland 2010
(Grafik: 2015 FlowCampus)

Wir helfen dabei, #interkulturelle Kompetenz-Tandems gerade in KMU zu fördern. Hier könnte man z.B. ältere, erfahrene Arbeitnehmer_innen mit jüngeren, auch ausländischen Fachkräften zusammen bringen, die keine Angst vor der Digitalisierung und damit dem Arbeiten 4.0 haben, sondern es als Chance wahrnehmen.

Dabei während der Implementierung möglichst agil und experimentierend zu verfahren und nicht gleich wieder ein komplexes MAUT-System zu entwickeln, ist unsere Stärke. Es gilt, verschiedene #leichtgewichtige Prototypen zu entwickeln, die sich über die Zeit weiterentwickeln lassen.

Drei Vorteile würde dieses Verfahren zusammen bringen:

  1. interkultureller Wissenstransfer;
  2. optimale Eingliederung von Kompetenzen, frei nach dem bewährten Innovationsraster: zwei verschiedene Elemente verbinden sich rund um einen gemeinsamen Nenner;
  3. ein innovatives Zukunftsmodell für einen Arbeitsmarkt, der seit 10 Jahren eine neue Identität sucht.

Arbeiten 4.0 wäre somit das soziale (!) Pendant zur Industrie 4.0.

Arbeitsplatz 4.0 – Nr. 3: #The Mentor next to you

Das Netzwerk rund um ununi.TV bringt die interkulturellen wie multimedialen Kompetenzen und die historische Erfahrung dafür im kollaborativen Verbund mit ein. Wir können vielseitige, digital kompetente Freelancer und Selbstständige über diverse Online-Angebote mit den KMU matchen.

Unser Ziel ist es, fest angestellten Mitarbeiter_innen oder Azubis vor allem kleiner Unternehmen leichtfüßig eine vertrauensvolle Community als Ansprechpartner an die Seite zu stellen. Hier sollen sie jederzeit Unterstützung finden, um sich erst selbst einzuarbeiten, und später andere zu unterstützen, oder gegebenfalls neue (jung oder alt) an Bord holen zu können, und zwar im dynamischen Recruiting 4.0-Verfahren.

Das ist unser Ziel – und dafür bauen wir ganz langsam von unten den FlowCampus im agilen Verfahren auf.


Weitere Infos: http://flowcampus.com

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